Baustelle Naturwissenschaften

Das sächsische Bildungswesen gilt als eines der besten in Deutschland. Doch auch dort hat man zu kämpfen. Der Bildungspolitiker Norbert Bläsner referierte dazu im Wintersemester beim VDSt Dresden.


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Auch in diesem Semester war es der Dresdener Aktivitas wieder vergönnt, hochkarätige Referenten zu interessanten Themen zu gewinnen. So Herrn Norbert Bläsner, der im August 2009 in den sächsischen Landtag gewählt wurde und sich jetzt in den Landesausschüssen „Bildung, Schule und Berufsausbildung”, „Sport” und „Soziales, Familie und Demografie” der FDP engagiert.

Erfolgskonzept Mittelschule

Bei seinem Vortrag in unseren ehrwürdigen Hallen konzentrierte sich Herrn Bläsners Thema jedoch auf den ersten Schwerpunkt seines politischen Engagements „Bildung, Schule und Berufsausbildung“. Dabei ging er ausführlich auf den Werdegang des sächsischen Bildungssystems und der Lehrpläne ein, wobei er einen großen Vorteil in Sachsens Bildungsgeschichte bei der Einführung der Mittelschulen in den Jahren 1992/1993 ausmachte, was damals allerdings noch als Experiment galt. Die Schüler hatten so die Möglichkeit, innerhalb eines zweigliedrigen Schulsystems in den Mittelschulen sowohl den Hauptschulabschluss nach dem 9. Schuljahr als auch den Realschulabschluss nach dem 10. Schuljahr zu erwerben. Zudem konnte auch durch gute Leistungen noch der Aufstieg in den gymnasialen Bildungsweg geschafft werden. Diese Vorteile gegenüber vielen anderen Bundesländern seien auch in den Ergebnissen der PISA-Tests über viele Jahre sichtbar gewesen, denn Sachsen habe im deutschlandweiten Ranking stets unter den ersten drei Plätzen gelegen.

Lehrermangel

Weitergehend ging Herr Bläsner auf den immer noch akuten Lehrermangel vor allem im naturwissenschaftlichen Bereich ein. In den Geisteswissenschaften sei es gelungen, viele Lehrer durch Umschulung von Fachwissenschaftlern zu Pädagogen zu gewinnen, in den Naturwissenschaften  könne man sich als ausgebildeter Lehrer jedoch die Institution, an der man lehren möchte, noch immer frei auswählen, so dringend seien Lehrer der Physik, Biologie, Chemie und Mathematik in Sachsen gesucht.

Problembereich Talentförderung

Für die große Zahl der Anwesenden waren diese und andere Felder der Bildungspolitik selbstverständlich hochinteressant, da ein jeder auf einen nach dem deutschen Bildungssystem vorgesehenen Werdegang zurückblicken kann und selbstverständlich Makel und Vorzüge der jeweiligen Bildungseinrichtungen aus persönlicher Erfahrung kennt. Dementsprechend schloss sich dem Vortrag, auch zu unserer Freude, eine lebendige und anhaltende Diskussion an, bei der Herr Bläsner unter Moderation des Seniors Bbr. Frank Dotzauer versuchte, viele zentrale Fragen der Gäste und Bundesbrüder zu beantworten. Wenngleich er manch pikantem Thema in gekonnter Politikermanier ausweichen musste, gestand er doch auch ein, dass es gerade in der Förderung individueller Talente der einzelnen Schüler, vor allem auch jener Talente, die auf einem wissenschaftlichen Feld außerhalb der gängigen Schulfächer zu verorten sind, noch größere Baustellen und Verbesserungsmöglichkeiten gibt.

Abschließend darf jedenfalls gesagt werden, dass wir uns sehr über den Besuch und den Vortrag von Herrn Bläsner gefreut haben und gemeinsam zu einem informativen und insgesamt gelungenen Abend im Zeichen der politischen Bildung beigetragen haben. Unser Dank gilt unserem Vorstand für die Organisation, dem Referenten sowie allen, die anwesend waren.


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