Gedenken bleibt schwierig in Dresden

Impressionen vom 17. Juni.


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Gedenkstunde der Stadt Dresden: Krzysztof Ruchniewicz vom Willy-Brandt-Zentrum in Breslau sprach über die Sicht der Polen auf den 17. Juni 1953. Der Aufstand in der DDR bestärkte östlich von Oder und Neiße die Frustration gegenüber der kommunistischen Politik. Der polnische Sicherheitsdienst notierte auch die Gerüchte über die Verschiebung der polnischen Westgrenze, nach erfolgreichem Ende des Aufstandes im Nachbarland. „Die Angst des Einen war die Hoffnung für den Anderen“, wie Prof. Ruchniewicz ausführte. besonders die deutsche Minderheit in Polen setzte große Hoffnungen in den Aufstand. Insgesamt ist bemerkenswert, dass in der polnischen Bevölkerung Respekt und Sympathie gegenüber den Aufständischen in der DDR überwog. Nur acht Jahre nach dem 2. Weltkrieg!

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Der Veranstaltung in der Dreikönigskirche folgte ein Stadtrundgang zu historischen Orten des 17. Juni. Auf dem Postplatz trat der heutige Umgang mit dem Gedenken in den Fokus. Im Hintergrund sind die Demonstrationen der NPD und der Gegendemonstranten zu sehen.

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Auch nach dem Weiterzug der NPD war der Postplatz kein Erinnerungsort, mit dem angemessen umgegangen wurde. Blumen und Kränze wurden sinnlos zerstört. Auch wenn einige versuchten, dieser Idiotie entgegenzutreten, entschieden sich andere, ganz ihrer Ideologie zu folgen.

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Der offizielle Erinnerungsort auf dem Postplatz darf in Zukunft nicht dem Rechts- oder dem Linksextremismus überlassen werden. Schade, dass streckenweise der 60. Jahrestag des Volksaufstandes einem kleineren Ableger der Krawalle um den 13./14. Februar glich. Erinnern und Gedenken bleibt schwierig in Dresden.


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Kai Kranich

geb. 1982, Politikwissenschaftler, VDSt Dresden.



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