Konflikt der Systeme

Zu den Kennzeichen der Moderne gehören Individualismus und die Zergliederung der Gesellschaft in Teilsysteme: Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur. Krisen entstehen, wenn diese Teilsysteme aus dem Gleichgewicht geraten.


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Die tieferen Gründe der Wirtschaftskrise

Wie kommt es dazu, dass sich der Mensch selbst oder gar selbstzerstörerisch in solch eine Situation manövriert? Um nun nicht, wie vielerorts getan, ein oder mehrere Opfer herauszupicken und ihnen die Gesamtschuld zu geben, möchte ich die sich ergebende Problematik etwas grundgesätzlicher analysieren.

Dazu dient mir als roter Faden der Autor Stephen Toulmin mit seinem Werk „Kosmopolis“ aus dem Jahr 1990.

Zunächst möchte ich kurz auf den Begriff „Kosmopolis“ eingehen. Dieser setzt sich aus den Begriffen Kosmos und Polis zusammen. Ersterer stammt aus der antiken Naturphilosophie und beschreibt die Welt als Ganzes sowie die harmonische und wohlgegliederte Ordnung des Weltalls im Gegensatz zum Chaos. Der Kosmos existiert bereits seit Menschengedenken und stellte seit jeher die Grenze des Denk- und Machbaren dar.

Polis leitet sich aus den antiken Stadtstaaten Griechenlands ab und meint eine Gemeinschaft von Bürgern, so genannten Politen, für die es feste soziale und ethnische Zugehörigkeitskriterien, wie zum Beispiel die Abgrenzung von Sklaven und Fremden, gab. Die Polis ist also eine Kreation menschlichen Bewusstseins und bildet dadurch die dem Menschen mögliche und denkbare Sphäre seines Wesens ab.

Die Vermengung beider Begriffe zu Kosmopolis beschreibt den Gedanken, dass sich die natürliche Ordnung des Kosmos auf die Polis übertragen ließe. Das ist zugleich ein erster Hinweis auf die Überlegungen hin zur Moderne und auch noch während der Moderne, welche sich stets dadurch auszeichneten, dass sie diese Verbindungen zu erkennen versuchten und darum bemüht waren, ihnen per Definition ein klares Wesen zuzuschreiben.

Da der Mensch grundgesätzlich und seit Beginn seiner Existenz als solcher seine Entwicklung und die damit verbundenen Erkenntnisse per „Mimesis“ betreibt, richtete sich die Polis stets nach den Erkenntnissen, die man über den Kosmos hatte.

Daraus ergibt sich automatisch, dass große gesellschaftliche Veränderungen immer auch aus mindestens ebenso großen Erkenntnissen der Menschheit über den Kosmos resultieren.

Im Folgenden wird nun kurz dargestellt, wie die sich ergebenden Konflikte aus oben Beschriebenem zum Prozess der Entwicklung der Gesellschaft zur Postmoderne oder der sogenannten dritten Phase der Moderne führten.

Anfänge

Der Diskurs um den Beginn der Moderne kann recht langatmig geführt werden. Wir gehen hier einmal davon aus, dass als Kennzeichen des Beginns der Moderne der Humanismus der Renaissance in Frankreich neben den rationalistischen Errungenschaften der Naturwissenschaften und den sich daraus jeweils ergebenden politischen Strukturen des 17. Jahrhunderts gesehen werden kann. Aus der hier zu Grunde liegenden Debatte um den „doppelten Ursprung” der Moderne geht hervor, dass die rationalisierenden Neuerungen der Naturwissenschaften jener Zeit umso prägnanter waren, da sie der Renaissance und somit auch dem Humanismus entgegengestanden und ihm zuwider wirkten. Dieser krasse Wechsel mag viele Historiker dazu veranlasst haben, den Beginn der Moderne ausschließlich im 17. Jahrhundert zu sehen.

Als Kennzeichen der Moderne lassen sich dabei unterschiedliche Dimensionen anwenden, die jeweils auf völlig unterschiedliche historische Ursprünge verweisen. In der politischen Dimension war es die klare Ausprägung der Nationalstaaten, die sich wie eine Welle über Europa ausbreitete und die nationalstaatliche Souveränität mit sich brachte, was auf der anderen Seite einen sinkenden Einfluss der Kirche bedeutete, welche bis dato Basis der Erklärung des Kosmos war. Dies ist eben auch der Indikator, anhand dessen man das 17. Jahrhundert als den Beginn der politischen Moderne ausmacht.

Eine zweite Dimension ist die Industrialisierung gegen Ende des 18. beziehungsweise Anfang des 19. Jahrhunderts, welche die Produktionsfähigkeit der Gesellschaft schlagartig um ein Vielfaches steigerte.

Die letzte endliche Dimension, anhand derer sich der Begriff „Moderne“ messen lässt, ist die Philosophie. Dies führt allerdings zu der Problematik, dass man erkennen muss, dass sich die Philosophie seit den Griechen immer nur auf jenes bezieht, wenn nicht gar nur beziehen kann, was bereits erdacht wurde und somit immer auf den Erkenntnissen der Wissenschaft oder jenem, was seinerzeit als Wissenschaft deklariert wurde, fußt.

Alte und neue Ideen

In den Jahren der Moderne, welche sich besonders durch den rationalen Anspruch an jegliches individuelle und gesellschaftliche Handeln auszeichnete, muss man also bei genauerer Betrachtung feststellen, dass alles seinen philosophischen Ursprung schon vor langer Zeit hatte und „lediglich“ weitergedacht oder wiederentdeckt wurde und der Idee der alten Griechen entgegenstand. Dies wiederum führt dazu, dass man den Beginn der philosophischen Dimension der Moderne nicht genau beziffern kann, was sich daran verdeutlichen lässt, dass die Erkenntnisse und Gedanken moderner Philosophen stets mit denen der Philosophen des antiken Griechenlands in Verbindung gebracht werden können, wodurch sich eine erstraunliche Parallelität dieser aufzeigen lässt.

Dass im allgemeinen davon ausgegangen wird, dass der Beginn der Moderne sich anhand der ersten beiden Kriterien bemessen ließe, mag wohl daran liegen, dass die Menschen in der zivilisierten Welt trotz der Säkularisierung allzu oft glauben, aber leider zu selten wirklich wissen, denn sie „glauben” den Feststellungen anderer und überprüfen sie nicht selbst.

Allgemein anerkannt ist etwas demnach, weil alle „glauben“, was andere zu „wissen“ vorgeben.

So wird auch der Beginn der Moderne in dem Übergang von mittelalterlichen zu „modernen“ Denkstrukturen und der Einführung der Rationalität in die Wissenschaften verortet, beginnend bei Galileo Galilei in den Sphären der Physik, weiterführend bei René Descartes in der Erkenntnistheorie und schließlich gefolgt von Thomas Hobbes im Bereich der politischen Theorie.

Weltbilder verändern sich

Wie aber kam es dazu, dass die festen gesellschaftlichen und damit politischen Strukturen in ihren Grundfesten erschüttert wurden, gab es doch in der Geschichte der Menschheit seither sehr deutliche hierarchische Strukturen, die allenthalben akzeptiert und etabliert waren? Ebenso gab es immer wieder Armut und Not auf der Welt. Die nahezu standardisierte Folge daraus war dann meist die feindliche Übernahme durch ein anderes Königreich und eine sich daraus ergebende neue Obrigkeit.

Dass es in dieser Zeit, in der Europa durch die Obrigkeit der Kirche und des Papstes geprägt war, zu einer Revolution von unten kommen konnte, steht in einer engen Korrelation zu den Erkenntnissen der Wissenschaft dieser Zeit. Trotz massiver Versuche der Kirche, diesen Entwicklungen entgegenzuwirken, verbreitete sich das neue Wissen und erreichte schließlich die breite Bevölkerung, wodurch sich deren Perspektive nicht nur auf die physikalische sie umgebende Welt, sondern auch auf die gesellschaftlichen sowie politischen Strukturen ihrer Zeit änderte.

Diese naturwissenschaftlichen Erkenntnisse reichen jedoch alleine nicht aus, um die Welt zu verändern. Sie bedurften damals, wie auch heute, einer entsprechenden philosophischen Deutung, um sich entfalten zu können. Um es einmal am Beispiel einer einzelnen Person zu erläutern: für eine genaue Betrachtung einer Person bedarf es der genauen Analyse ihrer Umwelt, Geschichte, dem von ihr Erlebten, ihrer Mitmenschen und Zuhörer und so weiter, also der „Umstandsbedingtheit“. Eben diese Erkenntnis und die entsprechende Einbeziehung oben genannter Faktoren findet sich in der Philosophie nach 1950 auch wieder, kann jedoch zurückblickend in den Jahren ab 1630 als durch Fokussierung auf Rationalität und Abstraktion beeinflusst betrachtet werden. Dadurch ergab sich eine „Dekontextualisierung” der Betrachtung. Begründet wurde sie durch den Philosophen, Mathematiker und Wissenschaftler René Descartes und seine Theorie des Rationalismus. Dieser so genannte Cartesianismus prägte die Vorstellung über die richtige Betrachtungsweise, ausgehend von Naturgesetzen und übertragen auf die gesellschaftlichen Strukturen. Besonders deutlich wird dies in seinem wohl bekanntesten Werk, dem „Discours de la méthode”, welches im Kern ausgesagt, dass der Mensch nur als richtig hinnehmen soll, was sich für ihn logisch und rational erklärt, dass der Mensch seine Emotionen kontrollieren kann und muss, sich somit entsprechend geltender Konventionen benehmen müsse und die Natur beherrschen und kontrollieren solle. Diese philosophischen Erkenntnisse fußten auf den sich durchsetzenden Erkenntnissen der Naturwissenschaften jener Zeit, welche trotz der bald schon folgenden Widerlegung durch Newton sehr wohl in der Lage waren, die bis dato geltenden Naturgesetze außer Kraft zu setzen und mit ihnen die von Menschen kreierte göttliche Allmacht und die Vormachtstellung der Kirche sowie der von Gott eingesetzten Despoten.

Der Mensch im Zentrum

Es war nun der Mensch – jeder Mensch – der die Natur, die Gesellschaft und damit sich selbst steuern konnte. Die Erkenntnisse über die den Menschen umgebende Natur ermöglichte es ihm, diese zu unterdrücken und somit auch die Natur in ihm selbst. Der Mensch nahm sich selbst nicht länger als Triebwesen wahr.

John Donne beschrieb dieses Phänomen 1611 in seinem Gedicht „An Anatomy of the World“ in folgender Weise: „..und jeder Mann gesteht, dass diese Welt dahin, wenn man bei den Planeten und dem Firmament so vieles Neue sucht; all dies zerrinnt in Atomen. Alles in Stücken, nichts stimmt mehr zusammen; all rechter Dienst und all Verhältnis: Fürst und Untertan, Vater und Sohn, man will davon nicht wissen, denn jeder meint er müsse selbst ein Phönix sein und niemand könne sein, der ganz so ist wie er.”

Und eben diese beschriebene gesellschaftliche Umorientierung, welche sich intrinsisch in jedem Einzelnen begründete, führte zu der bereits genannten Orientierungslosigkeit und gipfelte im Jahr 1618 in einem verheerenden und ganz Europa beherrschenden Krieg, welcher ein Viertel der damals in Europa lebenden Bevölkerung das Leben kostete. Diese Europa zermürbende Epoche, welche 1914 und 1939 ebenfalls wieder in Kriegen unbeschreibbaren Ausmaßes mündete, die nun die ganze Welt erschütterten und ihren traurigen Höhepunkt in der rationalen und verwissenschaftlichten Ermordung von Millionen von Menschen hatte, kann erst mit den 1950er Jahren als beendet betrachtet werden, obgleich sich auch jeweils vor diesen beiden Kriegen die Gelegenheit bot, sich der Rationalisierung der Philosophie zu entledigen und ein dementsprechendes Verständnis von Kosmopolis zu erlangen. Alle Bemühungen und alle Anstrengungen, den Humanismus und damit den Menschen als zentrales Moment sowie seine unweigerliche Verbundenheit und Zugehörigkeit zur Natur wiederzuentdecken, wurden durch die politische und gesellschaftliche Instabilität in den Hintergrund verdrängt.

Bruchpunkt Zweiter Weltkrieg

Doch in den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts entstand nun eine unumkehrbar geprägte und sich philosophisch neu orientierende Gesellschaft, die sich mit den Worten Christoph Lichtenbergs beschreiben lässt: „Ich weiß nicht, ob es besser wird wenn es anders ist. Aber eines ist gewiss, nämlich dass es anders werden muss, damit es besser werden kann.” Der nach dem Zweiten Weltkrieg heranwachsenden neuen Generation konnte sich der Kulturwandel, wie es in seiner Natur liegt, bedienen und somit die Voraussetzung für die Post-Moderne schaffen. Damit einhergehend fand eine De-Nationalisierung des politischen Gefüges, eine Fokussierung auf supranationale Gefüge sowie eine Humanisierung der Menschen und ihrer Philosophie statt. Trotzdem stürzte sich diese Welt in weitere kriegerische Konflikte, wie den Kalten Krieg, den Koreakrieg und den Vietnamkrieg. Sie alle standen der Entwicklung der Gesellschaft entgegen und verdeutlichten das Festhalten einiger Entscheidungsträger an alten „rationalen Werten“.

Brechts Kriegsfibel beschrieb diesen Zustand mit den Worten: „Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch.”

Es war wohl dieses Festhalten an kriegerischen Konflikten als Lösung unterschiedlicher Philosophien zwischen einzelnen Staaten und Staatenbündnissen, welcher die neue Generation zu öffentlichem Protest bewegte, die nun aktiv den Anfang vom Ende ausmachte.

Diese Generation vertrat damit eben jene humanistischen Ideale der Renaissance und stand für die Toleranz des „anderen” und wurde dafür von ihrer Vorgängergeneration mit dem Begriff der „verlorenen Werte” gestraft.

Dieser Prozess der Umorientierung vollzog sich aber nicht binnen weniger Wochen oder Monate, sondern dauerte Jahre, was sich an den Entwicklungen im Ost-West-Konflikt nach den 1970er Jahren aufzeigen lässt, denn die Politik wurde durch die Einmischung benannter Generation peu à peu zu einer humaneren und toleranteren Vorgehensweise gezwungen. Heutzutage verdeutlicht sich dies dadurch, dass sich die Politik bei Konflikten jeglicher Art der Gesellschaft gegenüber rechtfertigen und jede noch so geringe militärische Intervention langwierig und ausführlich begründen muss.

Blick auf die Wissenschaft

Innerhalb der Wissenschaften, und hier besonders der Naturwissenschaften, lässt sich also im Übergang von der Moderne zur Postmoderne ein Paradigmenwechsel und eine Art Re-Renaissance nach dem Einsatz der Atombomben im Zweiten Weltkrieg feststellen. Die Hinterfragung des eigenen Tuns und der Verantwortung der Wissenschaften gegenüber der Menschheit reichte soweit, dass sie unter anderem in Dürrenmatts Theaterstück „Die Physiker” ausführlich behandelt wurde, wenn auch auf humoristische Weise. Und eben diese Umorientierung der Wissenschaften führte, wenn auch langsam, zu einer Veränderung dieser Welt und der Betrachtung gesellschaftlicher Existenz.

Damit begann nun die Postmoderne, die sich besonders in drei Aspekten grundsätzlich von der Moderne unterscheiden lässt:

  • die Wissenschaften lassen sich nicht mehr voneinander abgrenzen, sondern greifen vielmehr zwangsweise aufeinander über;
  • die nationalstaatliche Souveränität und das stete Beharren darauf sind „perdu“, weil dem Humanistischen Prinzip entgegenstehend;
  • das Vertrauen in die sich selbst rechtfertigende Technik, welche sich durch bloßes Funktionieren stets in sich selbst begründete und keinen Zweifel gestattete, ist nicht mehr vorhanden.

Wie die Wissenschaften, wuchsen auch die Staaten immer näher zusammen, woraus unter anderem Bündnisse wie die EU, die NATO oder die Vereinten Nationen entstanden.

Konflikt der Teilsysteme

Um nun zu verdeutlichen, inwieweit diese Entwicklungen mit der heutigen Wirtschaft und damit auch der Wirtschaftskrise zusammenhängen, muss man die Parallelität unserer Zeit zu vergangenen Tagen betrachten.

Wie einst der Konflikt zwischen den Erkenntnissen Descartes’ und denen Montaignes, standen und stehen sich auch nach der Moderne und in der Postmoderne verschiedene Philosophien gegenüber.

Konzentrieren wir uns zunächst kurz auf das Kapital oder, um einen weniger vorbelasteten Begriff zu wählen, die freie Marktwirtschaft.

Wie einst die Naturwissenschaften und deren Erkenntnisse, entstand die Marktwirtschaft als Teil und zum Nutzen der Gesellschaft, entwickelte jedoch eine rationalisierte Eigendynamik und richtete sich dabei stets nach den in ihren Grenzen gültigen Gesetzen und distanzierte sich somit immer mehr von den sie umgebenden Erkenntnissen anderer Wissenschaften und Systeme – sie wurde zu einer einzigartigen und autarken Wissenschaft.

Dabei hat die freie Marktwirtschaft, ihren internen höchsten Zielen folgend, einen stark expandierenden und einnehmenden Charakter, welcher Konflikte geradezu unumgänglich macht.

Umso wichtiger scheint es, ihrer Loskopplung sowie der Vormachtstellung, welche sie einzunehmen scheint, entgegenzuwirken, ohne sie dabei ersetzen zu wollen. Sie muss wieder ein Teil des „Ganzen” werden.

Dieser Wissenschaft der freien Marktwirtschaft, vergleichbar mit den Ketzern des Mittelalters, die an Religion, Kirche und Papst zweifelten, stehen nun radikale religiöse Kräfte, meist aus den muslimischen Ländern, gegenüber.

Ihre Entwicklung der vergangenen Jahrhunderte war eine gänzlich andere als jene, wie sie für Europa beschrieben wurde. Es mangelt hier besonders an der Erfahrung, dass die permanente Austragung von Konflikten durch Gewalt letztendlich keine Lösung darstellt, also die Erfahrung einer Patt-Situation. Diese müsste dabei so gewaltig sein, dass auch dieser Teil der Welt eine intrinsisch begründete humanistische Vernunft entwickeln könnte, die das Potential zur Gewalt für immer hemmte.

Da sich nun aber die neue Wissenschaft der zivilisierten Welt ungehindert ausbreitet und dabei auch vor jenen Ländern keinen Halt macht, die ob ihrer Entwicklung, beziehungsweise fehlender Erfahrungen, ein hohes Gewaltpotenzial haben, stehen sich hier wie einst die Philosophien gegenüber und ringen um ihre Vorherrschaft.

Während die eine Philosophie eine übernatürliche Ordnung propagiert, rationalisiert die andere den Menschen und die Gesellschaft und zwingt diesen über diverse Hebelmechanismen zur Unterdrückung seiner intrinsischen und extrinsischen Natur. Wer nicht in der Lage ist, den dieser Wissenschaft eigenen Vorgaben entsprechend zu handeln, kann in ihr nicht bestehen. Sich ihr zu entziehen scheint dabei kaum möglich, da sie bereits der, „rational“ betrachtet, wichtigste Bestandteil unserer Gesellschaft ist.

Eine Krise dieser Wissenschaft, wie wir sie in den vergangenen Jahren erfuhren, welche sie und ihre Erkenntnisse derartig ins Wanken bringt, birgt nun sowohl Risiko als auch Chance für die Menschen.


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Peter Schröder

geb. 1983, Politologe und Soziologe, VDSt Osnabrück.



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