Schlagwortabtausch:Friedrich Nietzsche

Friedrich_Nietzsche“Ich bin kein Mensch. Ich bin Dynamit.”

Den einen Nietzsche gibt es nicht. 1844 in Preußisch-Sachsen geboren, begann der Mann in halbwegs normalen Bahnen; Pfarrersohn, schüchterner Musterschüler, Theologie- und Philologie-Student, Professor in Basel, Autor kluger kulturphilosophischer Betrachtungen. Später wird er ein ganz anderer; von der Krankheit zur Berufsaufgabe gezwungen, ständig reisender Eremit, im Engadin, in Italien, äußert sich in Aphorismen und Gedichten über Gott und die Welt und erklärt sich schließlich zum Propheten einer heraufziehenden neuen Zeit. Schopenhauer und Wagner bewunderte er und ließ er hinter sich. An seiner Zeit, dem Philistertum, der christlichen Moral, dem Nationalismus, übte er teils hellsichtige, teils bösartige Kritik. Was er zeitweise glaubte, positiv an deren Stelle setzen zu wollen, Mitleidlosigkeit, Herrenmoral, Übermensch, trägt schon Züge des Wahnsinns, dem er 1889 schließlich verfiel.