Ehrwürdiger Preisträger

Beim Symposion in Halle kam es zu einer Premiere. Erstmalig verliehen wurde der Ferdinand Friedensburg Preis für herausragende wissenschaftliche Leistungen in den Bereichen Politik, Bildung und Völkerverständigung. FFS-Vorsitzender Nils Schöche übergab den Preis am Abend des 8. November mit einer Laudatio.


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Heute ist ein besonderer Tag. Für die Teilnehmer des Hermann Ehlers Symposions, weil mit der Preisverleihung eine Premiere stattfindet. Wir finden es angemessen, diese Veranstaltung für die Preisvergabe zu wählen. Erstens sind wir als FFS Mitorganisatoren dieser sehr gelungenen Tagung. Zweitens passt der Preisträger mit seiner wissenschaftlichen Arbeit perfekt zu den Inhalten dieses Symposions.

Für die Mitglieder und den Vorstand der Ferdinand Friedensburg Stiftung bringt der Abend ebenfalls Neues. Wir vergeben erstmals diesen Preis. Vor genau fünfzig Jahren wurde die Ferdi­nand Friedensburg Stiftung gegründet. Das ist aber nur ein Anlass, diesen Preis nun jährlich zu vergeben. Als Verein, der im Sinne des Namensgebers die junge Generation in Bildung, Wissenschaft und Völkerverständigung über alle Grenzen hinweg erreichen will, soll dieser Preis in Zeiten des Umbruchs Offenheit im politischen Denken fördern. Er ist mit 1 500 Euro dotiert.

Schließlich ist es der Ehrentag für den Preisträger, Matthias Frank, dessen Zulassungsarbeit am Lehrstuhl für Neueste Geschichte der Universität Würzburg überzeugend die genannten Kriterien des Preises erfüllt.

An Zielen und Grundsätzen festhalten

Die Arbeit trägt den Titel „Die Vereine Deutscher Studenten und ihr Ziel der deutschen Wiedervereinigung“. Wie das bereits erkennen lässt, geht es um ein ehemals zentrales Ziel des VVDSt. Ein Ziel, das mich damals überzeugt hatte, dem VDSt Aachen-Breslau II beizutreten. Auch Matthias Frank, Jahrgang 1987, ist seit 2007 engagierter VDSter in Würzburg. Er hat in seiner wissenschaftlichen Arbeit dieses Thema durch Auswertung von offiziellen und persönlichen Schriftbeiträgen, Protokollen und Aktivitäten der VDSt-Bünde kritisch beleuchtet. Die Recherche dauerte knapp ein Jahr. Dabei werden auch die für den VVDSt wichtigen Beiträge von Persönlichkeiten wie Ferdinand Friedensburg und Hermann Ehlers gewürdigt. Trotz auch im VVDSt abnehmender Erwartung einer deutschen Wiedervereinigung war es das Festhalten an diesem Ziel, das diesen korporativen Verband im Inneren verband und eine – wenn auch schwächer werdende – Wirkung in die Gesellschaft zeigte.

Damit zeigt Matthias Frank auf, wie wichtig es ist, entgegen einem schnelllebigen Zeitgeist an Zielen und Grundsätzen festzuhalten. Er verweist auf die individuelle Verantwortung des einzelnen im gesellschaftlichen und politischen Geschehen. Dahinter liegt sein Aufruf, nicht nur nach dem eigenen Vorteil zu streben, sondern für gemeinsame Ziele und Werte einzustehen, sich im Kleinen wie im Großen zu engagieren. Dieses Credo lässt sich von der Frage der deutschen Einheit ohne weiteres anwenden auf aktuelle politische und gesellschaftliche Themen. Ganz konkret spricht die Arbeit den immer noch währenden Prozess der inneren Einheit und deren Herausforderungen an. Wer hätte das nach – praktisch auf den Tag genau – dreißig Jahren Maueröffnung gedacht?

Wie immer aktiv

Es ist mir eine besondere Freude, als ersten Preisträger des Ferdinand Friedensburg Preises jemanden auszuzeichnen, der nicht nur wissenschaftlich, sondern auch persönlich die Kriterien für diese Preisvergabe erfüllt. Er ist 1987 in Rotenburg an der Fulda, also in Hessen, geboren und ging in Thüringen auf ein Gymnasium, das sich „Schule der Deutschen Einheit“ nennen darf. Seine Frau kommt aus Thüringen. Sein Lehramtsstudium hat er in Würzburg bei Professor Stickler absolviert, der über Universitäts-, Wissenschafts- und Studentengeschichte forscht. Dabei war er in der Philosophischen Fakultät I sehr aktiv in der Fachschaft und dem Studentischen Konvent. Gleichzeitig hat er verschiedenste Ämter im Würzburger VDSt-Bund wie auch im VVDSt übernommen. Genannt sei auch seine Tätigkeit im Präsidium des Intercorporativen Convents Würzburg. Mittlerweile ist Matthias Frank Studienrat und Fachobmann Deutsch in Emden. Wie immer aktiv über die reine Lehrertätigkeit hinaus, zum Beispiel in der Fachkonferenz Politik/Wirtschaft. Aktuell bringt er Schule und Lokalpolitik über Schülerprojekte zusammen.

Dies alles zeigt, dass Matthias Frank ein ehrwürdiger Träger des Ferdinand Friedensburg Preises 2019 ist. Für andere soll diese Preisverleihung Ansporn sein, sich persönlich und wissenschaftlich für Offenheit im politischen Denken einzusetzen. Wir freuen uns schon auf Bewerbungen für den Preis 2020. Näheres dazu auf der folgenden Seite und ebenfalls auf unserer Webseite (www.ffs-ev.eu).


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Nils Schöche

geb. 1967, Dr.-Ing., VDSt Aachen-Breslau II.

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