Aktuell

Keim der Revolution

Der Sozialroman ist die Paradedisziplin der französischen Romanciers im neunzehnten Jahrhundert. In keiner anderen Sprache wird so hübsch gehungert. Auf die Spitze treibt es Émile Zola im Germinal; vierhundert Seiten Jammer, Leid und Tod. Harter Naturalismus, aber mit scharfem Auge geschildert und viel Wille zur Nuance.

Von unserer Wut erzählt der Wind

Victor Hugo gilt in manchem als französischer Goethe; genialer, olympischer Überschriftsteller in vielen Genres; freilich auch darin dem Geheimrat ähnlich, dass er sehr selektiv gelesen wird. Bevorzugte Lektüre sind bis heute Die Elenden, ein episches Sozialdrama mit allerlei Eigenheiten.

Endzeit

Eine Stadt geht vor die Hunde, und der beobachtende Moralist geht mit ihr. Beständig zwischen Fatalismus und dringender Warnung changiert Erich Kästners Roman Fabian. Ewige Wahrheiten bietet er nicht, aber eine treffende Zeitdiagnose.

Untergänge überall

Felix Dahns Klassiker über die Tragödie der Ostgoten hat viel seiner alten Beliebtheit eingebüßt. Einst Jugendroman für ganze Generationen, geht er langsam in den Exotenstatus über. Die alte, treue Leserschaft mit ihrem festgefügten Urteil besteht nicht mehr. Chance für einen frischen Blick.

Was angenehm ist, ist Träumerei

Aphorismenbücher schenkt man gern: leichte Lektüre für zwischendurch, in der Kaffeepause oder Sanitärabteilung. Simone Weil taugt dafür nicht; ihre Sentenzen fordern den Leser ganz und gar. Schroff und kompromisslos auf die letzten Dinge hin; der Stil so gravitätisch wie die Titel. Zum Beispiel Schwerkraft und Gnade.

 

Heft I / 2020 „Hermann Ehlers Symposion 2019“

titelthema: HES 2019 04 Spannende Beiträge und Denkanstöße 05 Willkommen in Halle 06 Quo vadis patria? 08 Wissen und Macht 10 Besuch in der Schulstadt 11 Suche nach dem republikanischen Wir 12 Kein Staat ohne Grenze 13 Identität ist kursbestimmend 14 Nation, Staat, Europa 16 Deutsche Kultur im Abendland 19 Sind wir zum Staate verdammt? 22 Geborgenheit und Gemeinsamkeit 26 Ich bin Deutscher, wie deutsch bin ich? kultur & literatur 30 Wo Zorn vertilgt den welschen Tand service 34 Terminplanung 35 Mitteilungen der Mitgliederverwaltung aus dem VVDSt 37 Nachruf Detlef Hansen (1948–2019) ferdinand friedensburg preis 38 Ehrwürdiger Preisträger 39 Ferdinand Friedensburg Preis 40 Individuelle Verantwortung des VDSters 42 Ein höheres Ziel ist elementar

 

seit 1886

Freier politischer Diskurs, Generationendialog und interfakultativer Austausch

Die Akademischen Blätter richten sich als Zeitschrift des Verbandes der Vereine Deutscher Studenten seit 1886 an deutschsprachige Studenten, Akademiker und Hochschulen in ganz Europa. Derzeit liegt die Auflage der vierteljährlich erscheinenden Druckausgabe bei rund 4.500;

 

Breites Spektrum

Die Akademischen Blätter befassen sich über das Geschehen in Studentenvereinen und Hochschulen hinaus mit politischen und gesellschaftlichen Prozessen in Deutschland und Europa und verstehen sich als Diskussionsplattform für Themen aus den Bereichen Politik und Staatsphilosophie, Kultur und Geschichte. Sie sind an keine Partei oder Interessenvertretung gebunden, gestatten sich jedoch innerhalb des demokratischen Grundkonsenses in Einzelfragen einen klaren Standpunkt. Zielsetzung sind neben der Vermittlung von Wissen die Schulung des politischen Diskurses und der Meinungsaustausch auf in Form und Inhalt hohem Niveau.

Autoren und Formate

Die Akademischen Blätter gehen inhaltlich über die Wiedergabe von Auffassungen der Herausgeber hinaus und richten sich an die gesamte akademische Gemeinschaft. Folglich sind nicht nur Vereinsmitglieder unter den Autoren; externe Gastbeiträge werden als Bereicherung des Meinungsspektrums gesehen. Ebenfalls beschränkt sich die Autorenriege nicht auf den Zirkel der Hochschullehrer; auch talentierte junge Stundenten erhalten früh Gelegenheit, ihr schriftstellerisches Können in Essays, Kommentaren und Interviews unter Beweis zu stellen.

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