Schlagwortabtausch:Religion

KreuzigungIm Anfang war…

Nach dem großen Historiker Jacob Burckhardt ist die Religion eine der drei Grundpotenzen der Weltgeschichte; neben dem Staat, neben der Kultur. In den frühen Gesellschaften war dies wohl alles eins, der Herrscher zugleich der Priester und der Kultus wenigstens der größte Teil der Kultur. Solche Natur-, Stammes- und Volksreligionen kamen und gingen mit dem Auf und Ab der Völker. Die zunehmende Arbeitsteilung brachte neue Religionsformen, die sich geistig von den sie tragenden Gesellschaften abstrahierten und einen Allgemeingültigkeitsanspruch entwickelten; so die großen Monotheismen, Judentum, Christentum, Islam. Gleichwohl blieben die Potenzen miteinander verbunden, der Glaube des Herrschers oft auch Staatsreligion und der Glaube identitätsbestimmendes Element für Regional- und Nationalkultur. Erst in unseren Tagen ist die funktionale Differenzierung so weit fortgeschritten, dass man mancherorts von reiner Nur-Religion sprechen kann. Für den Machtanspruch der Glaubenshüter ist das kein Vorteil; für die Reinheit des Glaubens womöglich ein Segen.

Wenn Personen des öffentlichen Lebens sich schuldig machen, endet das oft in medialer Hinrichtung und Vernichtung des persönlichen Rufs. Der Fall Hoeneß könnte anders verlaufen, denn im Gegensatz zu den Politikern, die taumelten und fielen, hat er nicht nur Parteifreunde und taktische Partner auf Zeit; er hat echte Freunde und Verehrer, die zu ihm stehen auch in der Not.

von Christian Roth

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Immer wieder meinen wir Menschen, das Böse überwinden oder wegdefinieren zu können. Aber das Bemühen um die von allem Übel befreite Welt mündet regelmäßig in die größten Grausamkeiten. Wir müssen lernen, mit dem Bösen richtig zu leben.

von Christian Roth

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Die 10 Gebote der Bibel prägten und prägen auch im säkularen Zeitalter unsere Vorstellung von Gut und Böse. Sie setzen der menschlichen Willkür einen festen Rahmen und gewähren Schutz vor den Einflüssen des Bösen.

von Knut Henke

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Er wirkte wie aus der Zeit gefallen, hatte der Welt aber immer wieder wichtige Dinge zu sagen. Der Rücktritt von Papst Benedikt XVI. bietet noch einmal Gelegenheit, aufmerksam hinzuhören.

von Christian Roth

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Nietzsches unablässige Angriffe auf die Moral des Christentums bilden den Hintergrund seines gesamten Werkes. Sie sind der bleibende Stachel im Fleisch des Christentums und eine beständige Aufforderung an die „tote Christenheit“ zu radikaler Jesusnachfolge.

von Thomas Gutknecht

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Als neueste Empörungswelle brandet die Aufregung über allgegenwärtigen Sexismus durch die deutschen Blätter: in der Politik, im Medienbetrieb, in Wirtschaft und Wissenschaft stößt man angeblich überall auf ihn (wem er noch nicht begegnet ist, der muss offensichtlich blind durchs Leben gelaufen sein). In ein paar Wochen wird die Welle, wie alle vor ihr, vorbeigezogen sein; sei’s drum, mag man sagen. Aber die Debatte führt auf eine interessante Frage: Warum gelten bestimmte Sorten Beleidigungen als unstatthaft und andere geradezu als notwendig? Wieso anzügliche Altherrenwitze als gesellschaftliches Problem, die Verunglimpfung von Politikern, Parteien, von Kirchen und Gläubigen als Zeichen einer aufgeklärten Demokratie?

von Christian Roth

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Papst-Beleidigung, Pussy Riot, Mohammed-Schmähfilm: ähnliche Beleidigungen von Kirchen und Gläubigen führen zu sehr unterschiedlichen Reaktionen in Politik und Medien. Solidarisierung hier, heftige Kritik und Distanzierung dort. Man kann lange umständlich nach Ursachen suchen, wird am Ende aber stets bei zwei sehr offensichtlichen ankommen: einer antichristlichen Schieflage in der Berichterstattung – und dem Weichen vor blanker Gewalt.

von Christian Roth

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Der Historiker und Publizist Paul Nolte (*1963) veröffentlicht mit seinem Essay Religion und Bürgergesellschaft. Brauchen wir einen religionsfreundlichen Staat? die überarbeitete Version einer Rede, die er unter dem Titel Vom Störfall zur neuen Ressource. Brauchen wir einen religionsfreundlichen Staat? als zweite der (mittlerweile zehn) Berliner Reden zur Religionspolitik im Jahr 2006 gehalten hat.

von Dominik Matuschek

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„Jüdisch-christliche, abendländische Kultur“ ist ein Modewort für Sonntagsreden geworden, besonders gerne in Integrationsdebatten verwendet. Aber was verbirgt sich hinter dem Schlagwort? Das Zusammenleben von Christen und Juden in Europa hat eine lange und verwickelte Geschichte.

von Michael Tilly

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Die Evolutionslehre gilt gemeinhin als eines der besten Argumente des naturalistischen Atheismus. Aber das ist ein langlebiger Irrtum. Evolution und christliche Schöpfungslehre sind keineswegs unvereinbar, sagt Jörg Schaur.

von Jörg Schaur

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Die muslimische Minderheit in Europa nimmt an Zahl zu und fordert mit zunehmendem Selbstbewusstsein ihre Rechte ein. Dabei stößt sie auf den Widerstand der säkularen Mehrheit viel stärker als auf den der Christen. Die Frage vom Verhältnis von Kirche und Staat, von Religion und öffentlichem Leben wird neu gestellt. Darin liegt eine große Chance.

von Christian Roth

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Die gegenwärtigen wirtschaftlichen und sozialen Probleme erweisen sich als immer drängender, und zugleich tut sich die Frage zur Nachhaltigkeit für unsere nachfolgenden Generationen auf. Gerade in Deutschland ist bedauernswerter-weise der Gedanke weit verbreitet, dass sich die Interessen der heute Lebenden und der künftig im Lande Befindlichen gegenseitig eher auszuschließen scheinen, ja quasi eine Zielantinomie bilden.

von Johannes Engels

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Vor zehn Jahren veröffentlichte der Philosoph Herbert Schnädelbach einen kontroversen Artikel über die historischen Auswirkungen des Christentums. Knut Henke wirft einen Blick zurück – und ist heute noch so empört wie damals.

von Knut Henke

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Die Beschäftigung mit der Geschichte gehört – so könnte man meinen – nicht zu den vordringlichen Aufgaben des europäischen Einigungsprozesses. Und doch finden sich bemerkenswerte Beispiele politischer Utopien und Ideen, deren zu erinnern überaus lehrreich und befruchtend sein kann. Eine besonders eigentümliche Geschichte ist die des russischen Zaren Alexander I. und der „Heiligen Allianz“.

von Hendrik Leonhardt

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Jedes Jahr zur Adventszeit ist es wieder soweit: Moses führt die Israeliten ins gelobte Land, König Salomon fällt sein berühmtes Urteil, Jesus stirbt am Kreuz – und das gleich mehrfach. Monumentalfilme wie „Die zehn Gebote“ (Cecil B. DeMille 1956), „Salomon und die Königin von Saba“ (King Vidor 1959) sowie zahlreiche Werke über das Leben und Wirken des christlichen Heilands bringen biblische Inhalte auf den Fernsehschirm. Besonders die Programmredaktionen kleiner Sender wie Tele 5, Kabeleins oder RTL 2 greifen immer wieder gerne auf die Garanten solider Einschaltquoten zurück. Doch sind die so genannten „Bibelschinken“ die einzigen filmischen Auseinandersetzungen mit dem Christentum?

von Rasmus Greiner

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Im säkularisierten Europa wachsen große Teile der jungen Generation ohne Kontakt zu den religiösen – christlichen – Riten auf, die für ihre Vorväter noch selbstverständlicher Teil der Alltagskultur waren. Nun – jedem das Seine. Aber auch für Nicht- (oder nicht-praktizierende) Christen gebietet sich ein Mindestmaß an Wissen über den Ablauf der christlichen Messe; zum Verständnis des Anderen, und weil es ein Stück gewachsene Kultur Mitteleuropas ist.
Darum ein Schilderungsversuch.

von Michael Röring

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Der Autor, Ulrich Schnabel, geb. 1962, studierte Physik und Publizistik, ist Wissenschaftsredakteur der ZEIT. Das Buch ist das Ergebnis jahrelanger Auseinandersetzung mit dem Thema Glaube, Meditation und moderne Bewusstseinsforschung. Wie entsteht Glaube, und warum kann er Berge versetzen?

von Dietmar Baumeister

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Länger arbeiten (mindestens bis 67), weniger Urlaub (20 Tage genügen), mehr Frauen in Führungspositionen! Ach ja, fast hätten wir es vergessen: Wachstum, Wachstum, Wachstum! Täglich erreichen uns neue Vorschläge, wie man das Bruttoinlandsprodukt steigern und die Wirtschaft ankurbeln kann. Das Räderwerk des Kapitalismus will schließlich geölt werden.

von Stefan Martin

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Zuletzt war es fast ein wenig still geworden um den deutschen Papst, sodass man hatte hoffen können, sein fünfjähriges Amtsjubiläum am 19. April in angemessener Würde zu begehen. Die Hoffnung ist zerstoben, seit nach der us-amerikanischen und der irischen nun auch die deutsche katholische Kirche ihren Missbrauchsskandal hat.

von Christian Roth

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